Mehr Inklusion für alle

Wissenschaftsstadt Darmstadt vom Deutschen Behindertensportverband (DBS) als Modellregion für das Projekt ‚Mehr Inklusion für alle‘ ausgewählt / Sportdezernent Reißer: „Sport für und mit Menschen mit Behinderungen ist für uns genauso wichtig, wie das Engagement in allen anderen Sportthemen“

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist vom Deutschen Behindertensportverband (DBS) mit Mitteilung vom 4. Dezember offiziell als eine von zehn Modellregionen für das Projekt „Mehr Inklusion für Alle“ (MIA) ausgewählt worden. Ziel des Projekts ist die Anwendung des ‚Index für Inklusion im und durch Sport‘ vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 in der Praxis. Mit einem besonderen Blick auf die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderung im Sport sollen alle Regionen analysiert, beraten sowie zu einer inklusiven Sportlandschaft auf und ausgebaut werden. Von Beginn an sollen insbesondere Menschen mit Behinderung an den Prozessen teilhaben, um diese aktiv mitzugestalten. Die ausgewählten Regionen erstrecken sich über das gesamte Bundesgebiet und sind in zehn verschiedenen Bundesländern zu finden.

Bürgermeister Reißer ist stolz darauf, dass sich Darmstadt hier durchgesetzt hat: „Die Auswahl Darmstadts spricht für uns als Sportstadt mit Herz“, so der Sportdezernent in einer ersten Reaktion. „Sport für und mit Menschen mit Behinderungen ist für uns genauso wichtig und selbstverständlich wie das Engagement in allen anderen Sportthemen.“ Reißer sieht gleichzeitig eine Anerkennung der bisher bereits geleisteten Bemühungen der Akteure in der Darmstädter Sportlandschaft. „Besonders die hervorragende Umsetzung des Mottos ‚Inklusion erleben‘ beim diesjährigen Sport- und Spielfest im Herrngarten hat gezeigt, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden, Menschen mit und ohne Behinderung im und durch Sport zusammen zu bringen.“

Die Auswahl reiht sich ein in die bereits laufenden weiteren Entwicklungsprozesse der Stadt, sowohl hinsichtlich des lokalen Aktionsplans der Wissenschaftsstadt Darmstadt zur Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung als auch in Sportentwicklungsplanungen in Vereinen und Stadtteilen. „Mit dem ‚Index für Inklusion‘ findet nun darüber hinaus eine kompetente, wissenschaftliche Begleitung statt, wodurch eine Verbesserung der Netzwerke und der Ausbau der inklusiven Sportlandschaft möglich wird“, erläutert Reißer weiter.

Im Rahmen des Projektes will man sich in Darmstadt besonders den folgenden Fragestellungen widmen: Wie finden/ansprechen/erreichen wir die Zielgruppe(n) der Menschen mit Behinderung, im Besonderen auch die, die (noch) keine Affinität zum Sport haben? Wie können wir Erfolge/Erfahrungen aus dem Sport (mit Menschen mit Behinderung) an Nichtsportorganisationen weiter geben, die sich für Menschen mit Behinderungen einsetzen oder mit Menschen mit Behinderungen arbeiten? Welche Konzepte gibt es für das Vermarkten und Motivieren von inklusiven Sportangeboten (in Sportvereinen, in denen bislang ein solches Angebot nicht vorhanden ist)? Wie kann mehr Partizipation und Qualifizierung im Bereich der Inklusion ermöglicht werden und könnte das gegebenenfalls mit einem Tandem-Mentoring-Programm verbunden werden? Und wie können Notwendigkeiten der Assistenzen wie etwa Beförderung, Begleitung, Übersetzungen systematisch geschaffen beziehungsweise verbessert und weiterentwickelt werden?

„In jedem Fall werden wir zum 40. Geburtstag des Sport- und Spielfestes im nächsten Jahr die positiven Erfahrungen und Erkenntnisse von Inklusion und Sport aufgreifen und weiterentwickeln“, stellt Bürgermeister Reißer fest und dankt abschließend dem Verein für Sport und Gesundheit Darmstadt sowie den Sportkreis Darmstadt Dieburg, die beide die Bewerbung mit unterstützt und an vorderer Linie auch in der Projektarbeit beteiligt sein werden.

08. Dezember 2017 / DK

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