Die Verbandsgründung ist ein großer Schritt

Capoeira-Kongress im Tanzsportzentrum von Blau-Gold Casino Darmstadt

Im Anschluss an die Capoeira-Weltmeisterschaft in der Böllenfalltorhalle fand im Tanzsportzentrum von Blau-Gold Casino Darmstadt ein Kongress mit den beteiligten Capoeiristas mit dem Vizepräsidenten des Landessportbundes Ralf-Rainer Klatt, Werner Wabnitz vom Sportkreis Darmstadt-Dieburg und dem gastgebenden TSZ-Vorsitzenden Rolf Tisler statt.

 

Michael Vas, der den Capoeira-Meistertitel „Mestre Cigano“ trägt und seit 1999 Beauftragter für „Grupo Capoeira Brasil“ in Deutschland ist diskutierte mit den Teilnehmern über die Entwicklung des brasilianischen Kampftanzes, der seinen Ursprung auf den afrikanischen Zebratanz zurückführt, der während der Kolonialzeit in Brasilien von den aus Afrika eingeschifften Sklaven praktiziert und weiterentwickelt wurde. Während es in jeder größeren Stadt Brasiliens „Grupo Capoeira Brasil“-Schulen gibt, meinte Michael Vas, dass es in Deutschland organisatorisch noch viel zu verbessern gibt. „Wollen wir so weitermachen, wie in den letzten 20 Jahren? Viele andere Sportarten haben uns überholt“, stellte er zur Entwicklung von Capoeira fest, das von Kampftechniken mit Tritten und Akrobatik, der Musik und dem Kreis „Roda“ als gesellschaftlichen Rahmen geprägt ist.

Ralf-Rainer Klatt sieht „Capoeira“ als einen Teil des Sports, aber auch als den Ausdruck einer eigenen Kultur. „Es ist das Ziel, Capoeira in Deutschland weiter zu entwickeln.“ In der zweistündigen Diskussion wurden die zahlreichen Engagements der „Capoeirista“ in Deutschland deutlich, die häufig unter fehlenden Räumlichkeiten in den Städten und Gemeinden leiden. So haben sich in Deutschland zahlreiche „Capoeira“-Schulen in Vereinen teilweise unterschiedlichen Verbänden angeschlossen. Die anwesenden Capoeria-Trainer berichteten von ihren Erfahrungen und Projekten mit der Sportart, die sich nicht als Tanz- oder Kampfsport einordnen lässt. „Die verschiedenen Elemente können nicht getrennt werden“, stellte Ralf-Rainer Klatt fest und erörterte mit den Beteiligten die Möglichkeiten zur Gründung eines eigenen Verbandes. „Dafür muss Capoeira die Regeln des deutschen Sportsystems anerkennen“, unterstrich Klatt, der beim Kongress auf Teilnehmer aus acht Bundesländern verwies, von denen viele auch in Sozialprojekten tätig sind.

Seit 25 Jahren findet Capoeira in Deutschland immer mehr Anhänger, hat sich in Jugendzentren, in Schulen, Vereinen Kampfsportschulen und im Unisport etabliert, doch zur besseren Integration im deutschen Sport wird die Gründung eines eigenen Verbandes als eine gute Möglichkeit gesehen. „Ein Verband wäre schön, aber es ist ein großer Schritt“, stellte Michael Vas zum Abschluss der Tagung fest, den Ralf-Rainer Klatt als „einen Schritt nach vorne“ empfand.

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