Sie sollten ihren Rasen kennen

Sportkreis veranstaltet Seminar über organische Sportrasenpflege

In einem vierstündigen Seminar vermittelte Wolfgang Müller, Biologe und Head-Greenkeeper, zusammen mit dem Geschäftsführer Andreas Hollmann der Bad Vilbeler Firma Animatio im Darmstädter Stadion am Böllenfalltor den Teilnehmern die neuesten Vereinfachungen für eine perfekte Rasen- und Bodenpflege.

 

Am 11. Juni 2014 hatte der Sportkreis Darmstadt-Dieburg zusammen mit dem Sportamt Darmstadt die für die kommunalen Rasensportplätze verantwortlichen Vertreter der Städte und Gemeinden des Landkreises eingeladen, um Alternativen zu den herkömmlichen Rasenpflegmethoden vorzustellen, bei denen ausschließlich mit organischem Dünger gearbeitet und auf das biologische Gleichgewicht des Bodens geachtet wird. „Wir haben bei uns im Verein sehr gute Erfahrungen mit der biologischen Düngung gemacht und sind dankbar für die Beratung durch Wolfgang Müller“, sagte Harry Distelmann, Vorsitzender von Rot-Weiß Darmstadt und stellvertretender Sportkreisvorsitzender, bei Begrüßung der Seminarteilnehmer. Für Sportberater Ralf-Rainer Klatt ist das erste Rasenseminar des Sportkreises ein weiterer Schritt in der Zusammenarbeit zwischen Sport und Kommune, bei dem auch Platzwarte verschiedener Vereine die Gelegenheit nutzten, um sich über die Sportrasenpflege zu informieren. „Sie sollten ihren Rasen kennen“, so Wolfgang Müller zu den Vereinsvertretern, die für die Rasenpflege verantwortlich sind. „Wir wollen Sie mit unter den bogen nehmen“, kündigte der als „Rasen-Flüsterer“ bekannt und für die Boden- und Pflanzenheilung schon um die ganze Welt gereist ist. Die Seminarteilnehmer lernten die Funktionsweise eines Rasens ebenso kennen, wie die Vorteile der organisch-pflanzlichen Düngung. "Wichtige Wachstumsfaktoren sind Durchwurzelung und das Bodenleben. Alles Nährstoffe sind für den Rasen im Boden vorhanden.“ Wolfgang Müller stellte fest, dass dem Bodenleben oft nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird. „Erst seit zehn Jahren gibt es dazu richtige Untersuchungen.“ Wolfgang Müller erklärte die Funktionsweise der Mykorrhiza, einer Symbiose von Pilzen und Pflanzen, die für einen größeren Wurzelraum sorgt. „Wenn dieser Pilz vorhanden ist, geht es dem Rasen besser.“ Neben den Empfehlungen, wie ein Rasen nicht aus dem ökologischen Gleichgewicht kommt, ging der Diplom-Biologe auch auf die Stressfaktoren ein, die auch durch falsche Düngung, Verdichtung des Bodens durch Walzen oder einer zu hohen Nutzung entstehen. Durch bodenspezifische Vollmaßnahmen lässt sich eine dauerhafte Nachhaltigkeit der Bodenbeschaffenheit erreichen, die es ermöglicht, mit nur einem organisch-pflanzlichem Dünger (drei Düngungen im Jahr) das Gleichgewicht im Ökosystem Rasen zu erhalten. Regenerationsmaßnahmen seien dann nicht mehr oder nur noch in geringem Maß notwendig. Es gab rege Diskussionen und Erfahrungsaustausch unter den Seminarteilnehmern. Abschließend wurden die Plätze des SV Darmstadt 98 besichtigt, die vor kurzem von der Firma Animatio erstmals bearbeitet worden sind. „Der Sportkreis Darmstadt-Dieburg wird dieses Seminar erneut in den Wintermonaten anbieten und dann auch weitere Erfahrungen mit diesem System der Rasenplatzpflege einbringen können“, kündigte Harry Distelmann an.

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