Schule u. Verein

Die Kooperation zwischen Schulen und Vereinen soll im Landkreis Darmstadt- Dieburg und der Wissenschaftsstadt Darmstadt groß geschrieben werden. Aus diesem Anlass hat der neu gegründete Sportkreis Darmstadt- Dieburg zu seiner ersten Informationsveranstaltung eingeladen, die am 5.Dezember in der Darmstädter Heinrich-Hoffmann- Schule stattfand.

Eingeladen waren Grundschulen und Sportvereine, die aus den Perspektiven von Schule, organisiertem Sport und Kommune Hintergrundinformationen über laufende und geplante Projekte erhielten. Harry Distelmann, Erster Vorsitzende des SKV Rot- Weiß Darmstadt 1954 e.V. und stellvertretender Vorsitzender im Sportkreis, unterstrich die Bedeutung der Kooperationen zwischen den Schulen und Vereinen: „Es ist im Sinne unserer Kinder, die Kooperationsbemühungen deutlich zu steigern.“ Die Rektorin der Heinrich-Hoffmann-Schule, Margarete Rotter, die mit ihrer Schule bereits im vierten Jahr in Kooperation mit sechs Sportvereinen für ein erfolgreiches Beispiel steht, erklärte die Dringlichkeit des Projektes wegen zunehmend festzustellender Schwierigkeiten der Kinder im Bewegungsverhalten: „Es besteht Handlungsbedarf. Auch Kinder, die vielleicht sonst keinen Zugang zum Sport, und schon gar nicht zum Sportverein finden, erhalten in der Kooperation die Möglichkeit, täglich eine Stunde Sport zu treiben, innerhalb des Stundenplans, vor oder nach dem Unterricht.“

Mit dem Auftritt der Cheerleading-Gruppe aus dem Projekt der Heinrich-Hoffmann-Schule, welche durch die Übungsleiterin Sarah Zettl betreut wurde, konnte Schulleiterin Margarete Rotter ein weiteres Ihrer Anliegen unterstreichen: „Förderung der Integration ist sehr wichtig, insbesondere deshalb, weil mehr als 70 Prozent der Schülerinnen und Schüler der Heinrich- Hoffmann- Schule einen Migrationshintergrund haben und aus 30 verschiedenen Ländern stammen.“ „Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen sind Bausteine in der Sportentwicklung“, erklärte Sportberater Ralf-Rainer Klatt, der die Veranstaltung auch moderierte, aus der kommunalen Sicht der Stadt Darmstadt: „In der Grundschule sind alle Kinder erreichbar, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft oder dem späteren Bildungsstand. Außerdem werden – gerade auch unter Integrationsaspekten - Familien über die Kinder erreicht.“ Und der Gesundheitsstatus wird durch regelmäßigen Sport in jedem Fall verbessert war man sich aus jeder Perspektive einig.In der anschließenden Diskussionsrunde unter den über 60 anwesenden Schul- und Vereinsvertretern wurden aber auch Probleme angesprochen. Die Belegung der Sporthallen, das Anforderungsprofil für die Übungsleitungen und die Höhe sowie der Verlauf staatlicher Anschubfinanzierungen wurden thematisiert.

Dr. Frank Obst, zuständiger Projektleiter und Berater für „Kooperation Schule und Verein“ im Landessportbund Hessen, stellte fest: „Die Thematik einer täglichen Bewegungsstunde wurde bereits 1989 vom Kultusministerium mit dem Landessportbund als Pilotprojekt durchgeführt, konnte sich aber leider nicht durchsetzen“. Obst legte damit klar, dass eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Systemen Schule und Sportverein kein Selbstläufer ist. Dass in jeder Schule die zuständigen Schulsportkoordinatoren sich mit Kooperationsprojekten beschäftigen sollten, war nur einer von vielen angesprochenen Punkten, die Thomas Schorr, der zuständige Schulsportkoordinator im staatlichen Schulamt, mitteilte. Er wies auch auf die begrenzte Summe von staatlichen Fördermitteln hin, die sein Amt zu verteilen und für die es Verteilungskriterien aufzustellen und zu kontrollieren hat. Er habe darüber hinaus festgestellt, dass in Schulen und Vereinen öfter auch von unterschiedlichen Zielen gesprochen werde. „Fakt ist“, so fasste Dr. Obst zusammen, „der organisierte Sport ist der stärkste Partner der Schulen in Hessen und somit als Partner nicht mehr wegzudenken – gerade auch wenn es um Ganztagsschulentwicklung und Betreuung geht.“

Zur Umsetzung der Projekte soll eine gemeinsame Kommunikationsbasis durch den Sportkreisvorstand geschaffen werden. Dazu gehört auch, dass es Ansprechpartner für beide Seiten gibt. „Jedes Kind, das wir für den Sport begeistern, ist ein Gewinn für die Gesellschaft“, unterstrich Hans-Dieter Karl, der Vorsitzende des Sportkreises Darmstadt-Dieburg zum Abschluss der Veranstaltung.

Ein Bericht von Makda Asefaw

Bilder: Werner Wabnitz

Bericht im Darmstädter Echo

Sponsoren

Lotto Hessen